EMails von/an Tristeza u.A. 2017-2018

Ich an Tristeza (2017)

florianxmerten@gmail.com So., 6. Aug. 2017, 21:34 an tristeza-berlin; info

Hallo Leute vom Tristeza

Ich habe Anfang 2014 bei euch Hausverbot bekommen. Das wurde damals über die Gruppe Basic organisiert. Mir wurden sexuelle Grenzverletzungen vorgeworfen.

Die Gruppe Basic gibt es jetzt wohl seit einer Weile nicht mehr, darum schreibe ich euch direkt. Besteht das Hausverbot noch? Ist es zeitlich unbegrenzt? Gibt es die Möglichkeit Ausnahmen zu vereinbaren? Solche Fragen würde ich gerne klären.

Vielleicht habt ihr ja auch noch Kontakt zu Leuten von der Gruppe Basic. Wenn ja, könntet ihr folgendes ausrichten: Es tut mir Leid, dass ich im Jahr 2014 nicht in der Lage war vernünftig zu kommunizieren. Ich hatte wirklich ernste Probleme. Aber ich nehme jetzt seit fast 3 Jahren keine Drogen mehr und mache seit 2 Jahren Therapie. Im Übrigen akzeptiere ich die damaligen Vorwürfe und setze mich ernsthaft mit ihnen auseinander. Ich wäre jetzt auch ansprechbar.

Also: Ich hoffe ich höre von euch (euch Leuten vom Tristeza). Ich hoffe ihr könnt mir auf die eine oder andere Art weiterhelfen.

Ansonsten viele liebe Grüße und einen schönen restlichen Sommer.

Grüße, Florian Merten

Tristeza an mich (2017)

[Aug. 2017] Tristeza-berlin – an mich – Mi., 9. Aug. 2017, 17:58

Hallo Florian,

wir können uns noch gut an dich und dein Hausverbot erinnern. Dir wurde damals übrigens nicht „sexuelle Grenzverletzung“ vorgeworfen, sondern Vergewaltigung.

Selbstverständlich besteht das Hausverbot noch und ist auch weder zeitlich begrenzt noch sind Ausnahmen diskutierbar.

Mit deiner Mail hast du ja auch sehr deutlich gemacht, dass du in den 3 Jahren, die du untergetaucht bist, überhaupt nichts reflektiert hast. Möglicherweise kommst du mit der Strategie, Gras über die Sache wachsen zu lassen ja in Teilen der Szene weiter, aber wir verstehen uns als feministischer Laden und Vergewaltigung ist kein „Kavaliersdelikt“. Frauenhass und -objektivierung haben bei uns keinen Platz. Garantiert werden wir uns nicht an der Perpetuierung von rape culture beteiligen, indem wir Vergewaltiger bei uns willkommen heißen.

Ob Basic noch existiert und ob und wie du zugunsten deiner Rehabilitation Kontakt zu denen aufnehmen könntest wissen wir nicht, es interessiert uns auch nicht und wir haben auch überhaupt keine Lust, dir da behilflich zu sein.

Es könnte uns nicht weniger kümmern, dass du dir jetzt selber leid tust, weil dein Verhalten Konsequenzen hat.

In diesem Sinne: lass dich besser nicht bei uns blicken!

Die Tristeza

Sent from ProtonMail, Swiss-based encrypted email.

Ich an Tristeza (2017)

Florian Merten florianxmerten@gmail.com

So., 22. Okt. 2017, 23:57

an Tristeza-berlin

Hallo Leute,

ihr spekuliert ganz schön rum. Also, ich bin sicher nicht untergetaucht und ich will auch sicher Graß über irgendwas wachsen lassen.

Allerdings war mir auch nicht bewusst, dass mir eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Hätte ich das gewusst, hätte ich euch sicher nicht so geschrieben, wie ich es getan habe.

Eure Mail war echt ziemlich blödsinnig und unnötig. Ich schicke euch hier eine Stellungnahme. Da steht drinnen, was ich über die Vorwürfe weiß.

Erklärung zu den Vorwürfen. Florian. 2017

In den Jahren 2009-2014 würden mir von 3 Frauen in Berlin Vorwürfe bzgl. sexueller Grenzverletzung gemacht. Ich habe deshalb Hausverbote in linken Projekten bekommen. 2012 in der Brunnenstraße und 2014 in Tristeza, k-fetisch und aboutBlank. Ich fasse das kurz zusammen. Ich nenne keine Namen und bemühe mich, nicht indiskret zu sein:

2009 wohnte ich in Bremen und hatte ein Verhältnis mit einer Berlinerin. Es war das erste mal, dass ich versucht habe, eine Beziehung zu führen. Das Verhältnis entwickelte sich sehr schnell zu einem üblen Psycho-Terror(für uns beide) und ich habe in den letzten Wochen einige sehr verletzende und auch sexistische Sprüche gemacht. Ich habe ihr nachher oft gesagt, wie sehr mir mein Verhalten Leid tut. 2011 bin ich mit ihrem Einverständnis dann nach Berlin gezogen. Hier wurde ich unerwartet sehr heftig mit besagten Sprüchen und Aussagen konfrontiert. Und ich bekam Hausverbot in der Brunnenstraße.

In der folgenden Zeit verlor ich wegen den Konflikten einige Freunde und wurde immer schwerer depressiv(das war ich aber schon seit der Beziehung). Vor allem auch sehr paranoid und soziophob. – Ich traf mich kaum mehr mit Freunden oder Leuten, die ich über Polit-Zusammenhänge kannte. Ich hörte auch, dass es Leute gab, die in meinem Umfeld und in Bremen nach Fällen suchten, wo ich mich Frauen gegenüber unkorrekt verhalten hätte(Eine Freundin aus Bremen erzählte mir, Leute aus Berlin hätten sie sowas gefragt. Ich sei auch einmal etwas aufdringlich ihr gegenüber gewesen, das hätte sie denen auch gesagt. Sie und ich hätten aber jetzt kein Problem deshalb). Es wurde auch viel getratscht, glaube ich. In dieser Zeit und später hatte ich eine ganze Reihe Affären, viele durch Online-Dating. Von zwei dieser Affären wurde mir später auch mein Verhalten vorgeworfen.

Bei der ersten verhielt es sich etwa so: Nach ca. zwei Wochen Bekanntschaft und sexuellem Miteinander gab es einen Abend, wo ich sehr betrunken war. Sie hatte gesagt, dass sie etwas spezielles Sexuelles nicht wollte, was mir gefiel. Ich habe sie kurz aber heftig versucht zu überreden. Sie fand das zu Recht sehr schlimm. Ich habe mich über ihre Wut damals sehr erschrocken (vor allem wegen der ersten Geschichte oben). In den folgenden Tagen wollte ich erst nicht zugeben, dass ich mich falsch verhalten hatte. Dann habe ich mich doch entschuldigt, was sie auch angenommen hat. Dann habe ich die Entschuldigung wieder relativiert worauf sie gesagt hat, dass sie mit mir nichts mehr zu tun haben will. Ich habe erst 2014 wieder von ihr gehört, sie hat die weiteren Hausverbote mit-eingefordert.

2013/14 hatte ich ein etwas längeres Verhältnis. Wir haben auch einige ausgefallene Sex‑Spiele gemacht und ich war mir die ganze Zeit sicher, dass es ihr alles sehr gut gefällt. Das hat sie auch sehr oft gesagt, speziell nach dem letzten Mal wo wir Sex hatten. Ich beendete das Verhältnis irgendwann woraufhin sie mir eine ganze Reihe blöder Vorwürfe machte (zunächst nichts Sexuelles). Wochen später, auf einer Party, versuchte sie mich aber doch noch zum Knutschen zu bewegen. – Zwei weitere Wochen später bekam ich von ihr eine Mail in der sie plötzlich sagte, ich hätte mich beim Sex grob und rücksichtslos verhalten. Und einige Sex-Spiele seien nicht richtig geklärt gewesen. Und sie habe Kontakt zu anderen Leuten, die mit meinem sexuellen Verhalten auch „nicht einverstanden“ wären. Und sie wüsste, dass ich schon vorher wegen sowas Hausverbote bekommen hätte. Und dass ich nun weitere Hausverbote bekäme, wegen ihr und den früheren Fällen. (Und dass ich augenblicklich verschwinden soll, wenn ich sie irgendwo sehe.).

Meine wenigen verbliebenen Freunde schrieben mir daraufhin, dass sie nun den Kontakt abbrechen würden. Ich habe dann 6 Monate fast nur alleine in meinem Zimmer verbracht, habe täglich Drogen genommen und bin komplett wahnsinnig und psychotisch geworden. Damals habe ich im Delirium viele wirre und vor allem indiskrete Mails geschrieben. Dann habe ich einen Drogen-Entzug gemacht und bin dann sehr lange in einer Psychiatrie gewesen.

Dieses Jahr 2017 geht es mir wieder ganz ok und ich bin psychisch stabil. Ich mache immer noch viel Therapie. Zu den drei Personen habe ich keinen Kontakt. Kürzlich hörte ich, dass mir damals 2014 Vergewaltigung vorgeworfen worden sei. Ich kann nur spekulieren von wem und ich würde das in jedem Fall absolut zurückweisen. – Ansonsten habe ich eine Gruppe gefunden, mit der ich jetzt regelmäßig über die ganze Sache und vor allem über mein Fehlverhalten rede und reflektiere (eine “Community Accountability” Gruppe). Mir ist schon klar, dass ich mich in vielen Situationen sehr schlecht verhalten habe und ich nehme die Vorwürfe wirklich sehr ernst. Ich setze mich damit intensiv und selbstkritisch auseinander. (Das betrifft auch den letzteren Fall (2013/14). Wenn du willst erzähle ich gerne mehr zu allem oder zu einzelnen Fragen.

Florian Merten, florianxmerten@florianxmerten

Zwei Emails von mir an Berliner Politgruppen (Feb. u. März 2019)

Nr.1: 14.02.2019

Hallo liebe ehemalige genoss_innen und freunde und sonstige beteiligten leute.

Insbesondere junge-linke, nfj, tristeza, k-fetisch, aboutblank, brunnenstraße

Ihr könntet euch mal zügig und ernsthaft überlegen, wie ihr mir stark entgegenkommen könnt.

Wenn ihr einen annehmbaren vorschlag habt, wie das ganze doch noch friedlich zu lösen wäre, dann bin ich eigentlich sehr sehr offen. Ich hatte auch schon wirklich genug stress die letzten jahre.

Aber ansonsten werde ich mich jetzt darum bemühen, dass es zu einem Strafverfahren gegen euch kommt. Und überhaupt werde ich alles mir mögliche tun, diese ganze Angelegenheit so groß wie möglich an die Öffentlichkeit zu bringen. Und dafür habe ich noch sehr viele jahre Lebenszeit vor mir.

Grundsätzlich halte ich es mir offen alle alten und zukünftigen Emails zu dieser Thematik weiterzugeben oder öffendlich zu machen. Und ich werde das im Einzelnen nicht ankündigen.

Bei Rückfragen können sich alle gerne melden. Ich kann nicht sagen, ob und wann ich antworte. Auf unfreundliche Emails werde ich vermutlich gar nicht antworten.

Ist alles ziemlich beschissen gelaufen. Aber ich vertrage mich auch jederzeit mit jedem die_der will.

Mit lieben Grüßen, Florian

florianxmerten@gmail.com

für einige hänge ich hier noch einige etwas erklärende texte an

Nr.2: 17. März 2019

[2019, März] Florian Merten an Tristeza-berlin, jimmy boyle, kfé

Florian Merten florianxmerten@gmail.com 17. März 2019 Tristeza-berlin tristeza-berlin@protonmail.com, jimmy boyle jimmyboyle@gegen-kapital-und-nation.org, kfé info@k-fetisch.net

Ihr Leute seit echt so eine unfassbare Enttäuschung.

Also: Niemand antwortet. Es gibt für mich also schlicht keine andere Alternative als mich selber jetzt öffendlich zu verteidigen und zu rehabilitieren.

Das dumme dabei ist einfach, dass auf die Art meine Beschuldigerinnen evtl. nochmal in Mitleidenschaft gezogen werden und ich habe weder die Kraft noch den Willen das dann zu vermeiden (nennt sie gerne Überlebende, Betroffene oder was immer euch beliebt).

Ich meine, ich warte jetzt seit 2012 darauf, dass irgendwer mal mit mir redet und wir eine praktikabele Lösung finden.

Ich werde keine falschen Schuldeingeständnisse machen. Sowas hilft auch niemandem. Das müsst ihr den Leuten die diese Defma-Hefte schreiben oder in Umlauf bringen auch mal verklickern.

Was irgendwer fühlt, ob sich der Sex mit mir wärend oder monate nachdem er stattgefunden hat wie eine Vergewaltigung angefüphlt hat. Solche Dinge sind nicht im Bereich dessen, was ich irgendwie beurteilen kann. Und es interessiert mich inzwischen auch wirklich einfach nicht. Ich habe weder seherische Fähigkeiten, noch bin ich der Meinung, dass irgendwelche Mensch, Frauen oder Männer, immer genau wissen was sie fühlen, geschweige denn diesbezüglich immer die wahrheit sagen.

Kurz gesagt: Für mich haben sich die letzten Jahre sehr so angefühlt, als wollt ihr Leute mich in den Tod treiben. Und das könnten euch eine Reihe Terapeut_innen auch schriftlich geben.

Ich bin der Meinung, dass ich dennoch im Unrecht wäre euch eines versuchten Mordes zu bezichtigen.

Noch ganz nebenbei. Aber ich denke ihr seit einfach ein so unehrliches und bösartiges Pack, dass euch das nicht eigentlich interessiert: Mit solchen Aktionen schadet ihr einfach genau den Dingen für die ihr angeblich kämpfen wollt. Etwas gegen sexuelle Gewalt tun z.B… da richtet ihr erheblich mehr schaden an als ihr euch jemals eingestehen werdet. Aber das müsst ihr mit euch selber ausmachen.

Ich habe einen ganzen Abschnitt meines Lebens an eure Blödheit verschwendet. Und sturheit.

Ich zweifel inzwischen echt daran, dass ihr irgendetwas ernst meint, wenn ihr redet. Also politisch. Was wollt ihr überhaupt? Was heißt es für euch “linke Politik” zu machen? Ich will mit euch da nicht drüber reden, aber jede_r Einzelne: Frag dich das doch mal. Worum soll es eigentlich gehen?

Worum sollte es einer “feministischen Gruppe” gehen? Um das Recht auf Falschbeschuldigung männlicher Genossen? Bringt euch das als Frauen* weiter? Ganz abgesehen davon dass die Mehrheit der Frauen (an und für sich) empört wäre bei der Behauptung sowas würde den gesellschaftlichen Interessen der hiesigen Frauen weiterhelfen. Also echt. Wollt ihr, dass ich euch eure Scheiße jetzt mal “mansplaine”?.. Aber dafür braucht ihr mich wirklich nicht, weil das könnte auch meine Mutter, Schwester oder fast jede erwachsene Frau die ich kenne.

Zukünftig muss ich echt jedem Menschen und nicht nur cis-Männern sehr stark davon abraten im Zusammenhang mit der linken Szene in Berlin irgendwie solidarisch mit (selbsternannten) “feministischen” Gruppen zu sein. Gibt es in dieser stadt irgendeinen “feministischen Kampf” der härter geführt wird als der gegen die – sagen wir mal “naiv feministischen Ex-Freunde” von irgendwelchen Frauen die ihr kennt. Ich denke nicht.

Ich steck da bei euch leider nicht so drinne. Aber ich denke mein Fall scheint ja echt totale Normalität zu sein. Ich meine, die Tatsache, dass ihr euch weder entschuldigt, noch einfach nur irgendwie versucht was pragmatisch zu klären…

Also sowas wie mein Schicksal jetzt hier… ist das für euch am Ende einfach nur Business As Usual? Wundert ihr euch am Ende warum ich mich so aufrege?

Ich belasse es mal dabei. Ihr könnt euch echt nennen wie ihr wollt. “Linksradikal”, “Feministisch”, “Kommunistisch” was immer ihr wollt. Damit könnt ihr vielleicht irgendwelche Erstsemester_innen beeindrucken. Aber ich so wie jeder andere erwachsene Mensch beurteile euch sicher nicht nach eurer Selbst-Titulierung.

Grüße. Fickt euch alle. Wir hören voneinander.

Ich weiß ganz genau, dass es in euren Gruppen einige Leute gibt, denen eigentlich klar ist, dass so ein Umgang miteinander und mit Menschen überhaupt komplett unmöglich und daneben ist.

Wobei diese Leute auch sicher zum Teil schon ausgetreten sind bzw. rausgeekelt wurden. Was heißt “rausgeekelt”. Meine damalige beste Freundin wurde aus ihrem Zimmer in der Brunnenstraße ja schlicht rausgeworfen, weil sie sich geweigert hat die Freundschaft mit mir zu beenden und den Umgang mit mir kritisiert hat.

Sie wurde daraufhin weiterhin von Nyco und euch allen im grunde solange unter Druck gesetzt, bis sie damit einverstanden war jeden Kontakt mit mir zu beenden.

Zwischen mir und jeder einzelnen Person die daran beteiligt war oder das akzeptiert und hingenommen hat wird es keine Versöhnung geben in diesem Leben.

Solche Dinge und einiges mehr, was mir passiert ist beziehungsweise angetan wurde liegt auf einer vollkommen anderen Dimension als alles was mir irgendwie angelastet werden könnte um sowas zu legitimieren.

Ganz ehrlich: Kontaktverbote, Redeverbote, Meinungsverbote. Leute zu falschen Geständnissen zwingen.

Und wahrscheinlich macht das sogar dann logisch Sinn, dass dann vor allem (oder nur) Leute so zum “Täter” oder zur “Gewaltausübenden Person”(den Begriff hat Scientologie übrigends zuerst verwendet) erklärt werden, bei denen das nicht so einfach rational einsichtig ist.

Mich als “Täter” zu bezeichen war damals (2012, bevor ihr euch die Story mit der Vergewaltigung ausgedacht habt) offensichtlich vollkommen unsinnig. Das haben die komischen Vorwürfe damals halt schlicht nicht hergegeben.

Dann meine beste Freundin (das war sie, weiß gar nicht ob ihr das ganz bewusst ist) dazu zu zwingen, nicht nur mich als zu verurteilende Person zu akzeptieren sondern sogar als jemand mit dem sie nicht mehr reden darf. Also ja: So praktiziert man totale Herrschaft.

Wäre ich offensichtlich schuldig gewesen, wäre das uninteressant gewesen. Da hätte jemand, z.B. sie eben, sagen können “Hey, Nyco, Kai und hey Leute von meinem Hausprojekt. Ihr habt echt recht. Er hat das Verbrechen begangen, was ihr sagt. Was sollten wir jetzt praktischerweise tun?” Oder so.

Als herrschafts- und Terror-Instrument in einer solchen sektenartigen Gemeinschaft ist das dann scheiße. Das wäre ja fast schon demokratisch. Offener liberaler Diskurs etc…

Ihr gegenüber wurde klar gemacht, dass von ihr totale geistige Unterwerfung gefordert ist. Sowas geht glaube ich am besten wenn das was sie absolut einsehen soll eben nicht einzusehen ist.

Folgendes: Ich fordere jede und jeden von euch auf, aus diesen elenden Kollektiven und Polit-Gruppen auszutreten. Und des weiteren hätte ich total Bock etwas neues aufzubauen. Mit denjenigen, die genau sowas alles eben nicht wollen. Macht euch frei.

Es betrifft auch letztlich jede Person, die mir die letzten Jahre Unrecht getan hat. Inclusive meinen sehr geschätzen Anklägerinnen bei der ganzen Sache. Ich glaube auch ihr drei seit eigentlich viel besser als dieses Szene-Herren_in-Volk. Wobei eine oder zwei von euch das ja auch wohl gerne wären. Aber dazu seit ihr nicht die richtigen glaube ich.

[#]

ich denke mal es ist etwas gutgläubig, wenn ich jetzt erwarte, dass ihr … euch grade überlegt, wie sich eine pragmatische lösung für mich finden lässt. ich vermute ihr macht eher sowas in richtung… also alles zu vertuschen und mich unter druck zu setzen.

also sicher wird der oder dem einen und anderen aufgefallen sein, dass ich gar nicht mehr so leicht erpressbar bin, wo ich ja bei euch gar keine freunde mehr habe. mein lieber cousin den einige von euch kennen mögen, mit dem rede ich über die ganze thematik prinzipiell nicht mehr und besuche ihn auch nicht mehr.

ich könnt es euch sparen den zu schikanieren oder sonst irgendwen.

seitdem ich nach berlin gezogen bin attackieren leute von euch meine freunde. darum habe ich jetzt erstmal keine mehr, die in gefahr sein könnten von euch schikaniert zu werden. sorry, soweit hab ich eure scheiße leider durchschaut.

natürlich ist das nur temporär und du du und du könnt später mal gerne mit mir abhängen. könnt ihr auch jetzt, aber dann werdet ihr …

sagen wir es anders: Wenn du mit mir abhängst, und wir über alles reden. Das wäre ein Weg herauszufinden, ob du in einer Sekte bist.

Ich meine, ich rede darüber mit meinem Prof, mit ner ganzen Reihe Autor_innen, der Polizei, alten Studien-Freunden. Vor allem mit Leuten in anderen Städten. Das kümmert ja auch niemanden. Aber wenn du Teil der besagten Berliner Sekte bist, dann solltest du es lieber lassen.

Wobei mich hier schon einmal Leute plötzlich körperlich angegriffen wegen der Sache. Das war allerdings schon 2013.

Sollte das nochmal vorkommen werde ich doch mal anfangen in der ganzen Stadt einige Gesichter und Adressen zu plakatieren.

ich habe ganz schön lange erwartet und gehofft, dass alle beteiligten doch mal die gegen mich gemachten vorwürfe ehrlich und fair beurteilen und dann entsprechend mir gegenüber einfach mal freundlich sind.

ich meine abgesehen von der ominösen „vergewaltigung“ gibt es ja keine uneinigkeiten über das, was konkret passiert ist. glaube ich. wobei man jede situation natürlich so und so erzählen kann. aber trotzdem. es gibt jetzt absolut nichts, was mir vorgeworfen wurde, wo ich jemals das gefühl hatte sagen zu müssen „nein, das ist falsch, das ist eine lüge, sowas ist nicht passiert“. also stichwort „abstreiten“. ich würde sehr wohl sagen, das einige dinge ein bisschen extrem einseitig skandalisierend dargestellt wurden. aber dass ist ja ok, da habe ich nichts gegend, das leute sowas machen. genauso wie es ja auch ok ist, dass es meiner meinung nach einseitig dargestellt wurde. aber aus solchen uneinigkeiten im deteil muss man ja kein riesen problem machen.

ich habe dann allerdings doch mal die paar texte gelesen, die bei euch in der „linken Szene“ offensichtlich die standart leitfäden sind in sachen „umgang mit sexueller gewalt“. Wobei dann natürlich in guter Frauenbewegungs-Tradition „sexualisierte gewalt“ gesagt wird. Was ich affig und ideologisch finde, aber sollt ihr ruhig machen.

Also „Antisexismus reloadet“, „Kompass – für einen besseren Alltag“, „Antisexistische Awareness“ und die restlichen paar Texte. Ist ja nicht viel, lässt sich ja an einem Nachmittag vollständig durchlesen.

Also dann ist eben auch klar, dass ihr mein Verhalten überhaupt nicht fair bewerten wollt. Und es euch gegenseitig sogar verbietet, da selber drüber nachzudenken und euch selber ein Urteil zu bilden.

Ich frag mich wirklich wie irgendwer diese Hefte lesen kann und dann auf die Idee kommt, das hätten „linke“ Menschen geschrieben. Ich sag da mal nichts weiter zu aber bitte doch mal alle, diese Hefte selber zu lesen. Das ist ja ein Alptraum.

Insofern sich diese Hefte vor allem an Frauen/Feministinnen zu richten scheinen sind das tatsächlich die Anti-feministischsten Texte die ich jemals gelesen habe. Denn indem man anderen Frauen das Selber-Denken austreiben will – also das ist nunmal das genaue Gegenteil von „Emanzipation“. Ihr versucht Frauen zur Dummheit und Autoritäts-Hörigkeit zu erziehen. Eure „Genoss_innen“ überhaupt. Also Feminismus hin oder her, ist ja auch egal. Sowas ist jedenfalls das Gegenteil von individueller oder gesellschaftlicher Emanzipation.

Oder verstehe ich einfach die Welt nicht mehr. Ist Selber-Denken am Ende anti-feministisch? und.. naja, könnt ihr mir ja mal erklären. Ich glaube eine starke Frau sagt was sie denkt, auch wenn ihr dabei sozialer Gegenwind entgegen kommt. So wie meine frühere beste Freundin die ihr dafür ohne jedes Maß und Erbarmen fertig gemacht habt. Dabei wisst ihr alle ganz genau, dass ihre Meinung zu haben ihr gottverdammtes Recht war, selbst wenn sie im Unrecht gewesen wäre. Aber ich denke sie war dazu noch im Recht und das wisst ihr selber doch auch. Also macht mal was gut bei der echt.

Ich spreche nie wieder mit ihr solange ich befürchten muss, dass sie dafür allein schon fertig gemacht werden würde. Aber so scheint es zu sein.

   (von )

Florian Merten – Texte 2019 u 2020 (De, 120S, Jan 2021)

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Erste Schritte