2019-1v3 (V. 03-2022)

Inhalt

Drei Emails als Einleitung

EMail-Verkehr mit Tristeza-Kneipe 2017

Zwei Emails von mir an Berliner Politgruppen (Feb. u. März 2019)

Drei Emails als Einleitung        2

EMail-Verkehr mit Tristeza-Kneipe 2017        14

Zwei Emails von mir an Berliner Politgruppen (Feb. u. März 2019)        19

Drei Emails als Einleitung

Nr.1: 2018 an meinen Psychiater

jetzt doch mal ein Paar Details für Dich: Meine Probleme haben angefangen 2009, da wohnte ich in Bremen und hatte eine kurze Beziehung mit einer Frau aus Berlin. Ab der Beziehung war ich schwer depressiv und habe mit dem Speed-Missbrauch angefangen. 2011 bin ich nach Berlin. Habe mir der Promotion angefangen und mit der Arbeit. Die Probleme sind folgendermaßen eskaliert: Nach meinem Umzug nach Berlin war ich sehr eng in einem links-intellektuellen (auch linksradikalen und marxistischen) Netzwerk integriert, dass sich aus Bremer und Berliner Uni-Gruppen und Asta-Gruppen gebildet hatte. Darüber habe ich z.B. mein Zimmer bekommen, kleinere Jobs, Empfehlungsschreiben für meine Promotion etc… aber vor allem soziale Anbindung. Meine 3 besten Freunde waren auch fester Bestandteil davon und auch die Frau von 2009.

Zwei Jahre nach der Beziehung 2009 ist es alles unerwartet noch einmal eskaliert. Speziell weil meine Ex wohl impliziert oder behauptet hatte, dass ich sie in der Beziehung misshandelt hätte. Ich weiß nicht mal, was du Vorwürfe genau gewesen sein sollen. Es ist zumindest ziemlicher Quatsch, ich habe mich sicher ein paar Mal wie ein Arschloch benommen, aber es ist nichts was unter normalen Bedingungen länger als 6 Monate irgendwen interessiert hätte. Das Ganze ist dann aber total eskaliert als ein Konflikt um Feminismus im allgemeinen, um Männergewalt, Frauensolidarität etc… und wer der Männer und der Frauen auf wessen Seite steht. Wäre ich schon früher etwas vertraut mit Berlin und Berliner Strukturen gewesen hätte mich das sicher weniger überrascht. Und auch die Heftigkeit und Sinnlosigkeit der Debatten.

Faktisch hatte ich Anfang 2014 einfach alle meine Freunde verloren, war in einer fremden Stadt, war Drogensüchtig und hab einen krassen Zusammenbruch durchgemacht. Ob das Verhalten meiner engen Freunde, der Polit-Netzwerkes oder der Frau ausschlaggebend war, oder einfach meine Drogensucht oder meine psychische Konstitution, wer will das jetzt im Nachhinein genau wissen.

Das Jahr 2014 über habe ich zumindest mehr oder weniger so verbracht: Ich hab mit kaum einem Menschen geredet, war nur in meinem Zimmer und habe Drogen genommen, habe 1-2 mal die Woche geschlafen und habe nach und nach den Verstand verloren. 2015 war ich dann komplett abstinent und im Oktober 2015 bin ich bei Ihnen in Behandlung gekommen

Nr.2: 2018 an Familie

Wenn du diesen Text bekommt, stehst du mir entweder sehr nahe, oder das Thema geht dich was an. Meine Familie, mein Cousin + 3-4 Leute die mir zwischen 2015-2018 bei der Sache sehr lieb beigestanden haben.

Ich werde noch 2 Wochen in meinem Kommunikations-Exil verweilen. Dann werde ich schauen, ob ihr geantwortet habt und mich dann sicher melden. In den letzten 2-3 Monaten habe ich eine Kommunikationsverweigerung betrieben. Die war sicher blöd. Aber es musste sein.

Ich werde das was hier im Folgenden steht dann meinen Gegenspieler_innen als Verhandlungsgrundlage zuschicken und schauen, ob sie sich melden.

XXXXXXXXXXX Einige kennen das meiste schon. Dann gerne direkt unten zum Fazit:

Also, ihr habt ja ein bisschen was mitbekommen. Ich hab ja gesagt, mit wären irgendwelche etwas unklaren Sexual-Taten-Vorgeworfen worden. Das Ganze ist aber total viel komplizierter und sehr traurig. Und ich weiß auch nicht so richtig, wie ich da jetzt im weiteren mit umgehen soll.

Es war ja auch explizit von “Vergewaltigung” die Rede. Und das hat sich auch unglaublich bis nach Bremen und sonst wo rumgesprochen. An einige Leute und Kneipen habe ich dann so eine kurze Stellungnahme geschickt 2017. Die ist weiter unten zu lesen.

Allerdings habe ich dieses Jahr etwas recherchiert und es ist dadurch ziemlich kompliziert geworden. Stichwort “Definitionsmacht”. Darum erst ein Text von einer älteren linken Feministin die dieses linke Szene-Phänomen “Definitionsmacht der Frau” versucht zu erklären

Ich bin 2011 nach Berlin gezogen und ich hatte das mit der “Definitionsmacht” aka “DefMa” nie gehört oder verstanden vorher. Und meine beste Freundin vom “Feministischen Referat” an der Uni hat damals sowas gesagt, wie

“Definitionsmacht bei einer Vergewaltigung heißt: Wir sind für dich da, wir hören dir zu und wir stellen deine Sichtweise nicht in Frage.” Und ich dachte mir nur:

“Na klar. Warum sollte irgendwer das in Frage stellen. Jede Person, die mir ihre Sorgen erzählt, da bin ich natürlich dabei und versuche zu helfen wie ich kann. Grade bei so was schrecklichem wie sexueller Gewalt. Welcher Mensch mit einem Gewissen würde das tun und vor allem warum?”.

Aber ich hab da schon mitbekommen, dass es eigentlich bei der DefMa in erster Linie um “Ausschlüsse” und “Hausverbote” geht. Aber nicht drüber nachgedacht. Ich kannte sowas aus Bremen halt nicht. Zur Sache.

Aus: “Moralischer Rigorismus” (Ulrike Heider/ junge Welt 2016)

…»Definitionsmacht«

Eng gekoppelt an das »Zustimmungskonzept« ist dessen deutsche Erweiterung unter dem Schlagwort »Definitionsmacht«, ein, wie es heißt, politisches Kampfmittel gegen Sexismus und Patriarchat.

Als linksinterne Alternative zur bürgerlichen Justiz gedacht, bedeutet »Definitionsmacht« praktisch, dass eine Frau, wenn sie ihrer Meinung nach sexuell angegriffen oder missbraucht wurde und dies innerhalb der Politszene öffentlich macht, nichts davon beweisen muss. Auch wenn sie bei Vorspiel oder Sex nur ein »komisches Gefühl« hatte, kann sie erklären, dass sie vergewaltigt wurde.

Geglaubt wird nur ihr, niemals dem beschuldigten Mann. Dieser soll zunächst belehrt werden. Ist er uneinsichtig oder kann das Opfer seine Gegenwart nicht mehr ertragen, so drohen ihm Ausschluss aus bestimmten politischen Zusammenhängen durch Hausverbote in Wohngemeinschaften oder besetzten Häusern.

Wenn Andersmeinende auf einen möglichen Machtmissbrauch von Frauen verweisen, behaupten »Definitionsmacht«-Dogmatiker, dieses Argument beweise nichts als »die Interessenlage potentieller Vergewaltiger oder sexistischer Männerinteressen«.

Es drängt sich die Frage auf, ob die neue linke Selbstjustiz mit ihrer vollständigen und skrupellosen Missachtung der Unschuldsvermutung nicht eines Tages in Richtung Lynchjustiz abgleiten könnte. Schon jetzt scheint die Ächtung vermeintlicher Vergewaltiger in der linken Szene etwas von der mittelalterlichen Vogelfreiheit zu haben. Interne Kritiker sagen, vermutliche Täter seien verprügelt worden, und berichten vom Selbstmord eines Betroffenen.

Ähnlich wie in den späten 1970er Jahren leidet die heutige radikale Linke unter Dogmatisierung und Entpolitisierung. Feministinnen verabschieden sich von jeglicher Gesellschaftskritik zugunsten eines internen Kampfes gegen Sexismus.

Sie überschätzen die körperliche Komponente patriarchaler Herrschaftssicherung und drängen Frauen in die Opferrolle. Vergewaltigung, heißt es auf dem Blog eines Berliner Antisexismusbündnisses, sei »gesellschaftliche Normalität«, unser aller »Status quo«. Die Angst davor präge das Verhalten von Frauen so sehr, dass es sich »kein Mann vorstellen und keine Frau eingestehen« könne.

Im Unterschied zu heute richteten sich die Antivergewaltigungskampagnen der 1970er Jahre gegen fremde Männer, nicht gegen die eigenen Genossen. Die »Take back the Night«-Demonstrationen und die Forderung nach Nachttaxis für Frauen standen im Mittelpunkt.

Im Frankfurter Spontimilieu, dem ich selbst angehörte, gab es einen einzigen Vergewaltigungsfall in einem besetzten Haus. Der Täter aber war kein Linker, sondern ein szenefremder Drogendealer. In heutigen besetzten Häusern, antifaschistischen und anarchistischen Zentren dagegen scheint es von Vergewaltigern nur so zu wimmeln.[…]

Das ist erstmal auf der Beschreibungsebene richtig. Und ihr geht es ja auch um einen größeren politischen Kontext. Was Feminismus angeht und “Die Linke”.

– Die einzelnen Vorwürfe –

Mein Statement hab ich geschrieben, als ich das alles noch nicht so gelesen hatte. Ich hatte mich auch immer gewundert, warum sich nicht mal jemand bei mir meldet und sich entschuldigt und wir einen gemeinsamen Umgang und eine gemeinsame Lösung finden.

In den Jahren 2009-2014 würden mir von 3 Frauen in Berlin Vorwürfe bzgl. Fehlverhalten in sexuellen Dingen gemacht. Ich habe deshalb Hausverbote in linken Projekten bekommen. 2012 in der Brunnenstraße und 2014 in NFJ-Berlin, Tristeza, k-fetisch und aboutBlank. 2017 Bei “Gruppen gegen Kapital und Nation”

Ich fasse das kurz zusammen. Ich nenne keine Namen und bemühe mich, nicht indiskret zu sein

Fall 1

2009 wohnte ich in Bremen und hatte ein Verhältnis mit einer Berlinerin. Es war das erste mal, dass ich versucht habe, eine Beziehung zu führen. Das Verhältnis entwickelte sich sehr schnell zu einem üblen Psycho-Terror(für uns beide) und ich habe in den letzten Wochen einige verletzende Sachen gesagt.

Die waren nicht verletzend gemeint und ich stehe dazu die gesagt zu haben. War meine Meinung. Die kann mich kreuzweise. Ich kann es ihr oder irgendwem gerne erzählen und den Hintergrund erklären jederzeit. (Ist nachgetragen 2018)

Ich habe ihr nachher oft gesagt, wie sehr mir mein Verhalten Leid tut. 2011 bin ich mit ihrem Einverständnis dann nach Berlin gezogen. Hier wurde ich unerwartet sehr heftig mit besagten Sprüchen und Aussagen konfrontiert. Und ich bekam Hausverbot in der Brunnenstraße.

In der folgenden Zeit verlor ich wegen den Konflikten einige Freunde und wurde immer schwerer depressiv(das war ich aber schon seit der Beziehung). Vor allem auch sehr paranoid und soziophob. – Ich traf mich kaum mehr mit Freunden oder Leuten, die ich über Polit-Zusammenhänge kannte. Ich hörte auch, dass es Leute gab, die in meinem Umfeld und in Bremen nach Fällen suchten, wo ich mich Frauen gegenüber unkorrekt verhalten hätte(Fall 2(?) Eine Freundin aus Bremen erzählte mir, Leute aus Berlin hätten sie sowas gefragt. Ich sei auch einmal etwas aufdringlich ihr gegenüber gewesen, das hätte sie denen auch gesagt. Sie und ich hätten aber jetzt kein Problem deshalb). Es wurde auch viel getratscht, glaube ich. In dieser Zeit und später hatte ich eine ganze Reihe Affären, viele durch Online-Dating. Von zwei dieser Affären wurde mir später auch mein Verhalten vorgeworfen.

Fall 3

Bei der ersten verhielt es sich etwa so: Nach ca. zwei Wochen Bekanntschaft und sexuellem Miteinander gab es einen Abend, wo ich sehr betrunken war. Sie hatte gesagt, dass sie etwas spezielles Sexuelles nicht wollte, was mir gefiel. Ich habe sie kurz aber heftig versucht zu überreden. Sie fand das zu Recht sehr schlimm. Ich habe mich über ihre Wut damals sehr erschrocken (vor allem wegen der ersten Geschichte oben). In den folgenden Tagen wollte ich erst nicht zugeben, dass ich mich falsch verhalten hatte. Dann habe ich mich doch entschuldigt, was sie auch angenommen hat. Dann habe ich die Entschuldigung wieder relativiert worauf sie gesagt hat, dass sie mit mir nichts mehr zu tun haben will. Ich habe erst 2014 wieder von ihr gehört, sie hat die weiteren Hausverbote mit-eingefordert.

Fall 4

2013/14 hatte ich ein etwas längeres Verhältnis. Und ich war mir die ganze Zeit sicher, dass es ihr sexuell alles sehr gut gefällt. Extrem gut sogar. Mehr zumindest als mir, dass steht absolut unumstößlich fest. Hat sie auch sehr oft gesagt, speziell nach dem letzten Mal wo wir Sex hatten. Sie beendete das Verhältnis weil sie sauer über einige Dinge war, die ich gesagt hatte. Und weil es einfach schon Wochen lang nicht gut lief zwischen uns. Ich kann gerne jedem die Chat-Protokolle zeigen. Es waren 3 Monate. Die erste Hälfte war echt schön glaube ich, aber meine Depression war zu krass und ich konnte noch nicht über den Psycho-terror reden.(Nachgetragen)

ca. 4 Monate bekam ich von ihr eine Mail in der sie (von mir) völlig unerwartet sagte, ich hätte mich beim Sex grob und rücksichtslos verhalten.

Glaube ich zumindest: Sie machte in der Mail eine Liste von Situationen, wo sie mich weg stoßen musste usw… Beim Sex. Ich hab es nicht mal gemerkt, aber ich habe sicher keinen Wiederstand geleistet. Und das steht da auch nicht. So Sachen.

Ich finde schon, dass sie das waren. Will ich hier nicht ausführen

Und sie habe Kontakt zu anderen Leuten, die mit meinem sexuellen Verhalten auch „nicht einverstanden“ wären. Und sie wüsste, dass ich schon vorher wegen sowas Hausverbote bekommen hätte. Und dass ich nun weitere Hausverbote bekäme, wegen ihr und den früheren Fällen. (Und dass ich augenblicklich verschwinden soll, wenn ich sie irgendwo sehe.).

Das ist alles vereinfacht, aber ich denke ich kann das so stehen lassen. Alle weiteren Ausführungen helfen auch niemandem. Zumindest denke ich nicht, dass ich irgendwas gemacht habe, was nicht richtig war.

Meine wenigen verbliebenen Freunde schrieben mir daraufhin, dass sie nun den Kontakt abbrechen würden. Ich habe dann 6 Monate fast nur alleine in meinem Zimmer verbracht, habe täglich Drogen genommen und bin komplett wahnsinnig und psychotisch geworden. Damals habe ich im Delirium viele wirre und vor allem indiskrete Mails geschrieben. Dann habe ich einen Drogen-Entzug gemacht und bin dann sehr lange in einer Psychiatrie gewesen.

Dieses Jahr 2017 geht es mir wieder ganz ok und ich bin psychisch stabil. Ich mache immer noch viel Therapie. Zu den drei Personen habe ich keinen Kontakt. Kürzlich hörte ich, dass mir damals 2014 Vergewaltigung vorgeworfen worden sei. Ich kann nur spekulieren von wem und ich würde das in jedem Fall absolut zurückweisen.

Also. Zu dem Statement: Da ist natürlich vieles passiert in der Zeit. und jetzt, wo ich wieder so richtig gut denken kann, werde ich auch gerne viel dazu schreiben. Viel Schlimmes.

++ ach ja. Familie:: Ihr habt ausser Jxxx niemanden davon kennengelernt. N** hat damit z.B. nichts zu tun.

Ich hatte einige Sachen überlegt, wie mit dem politischen Problemfall “DefMa” jetzt umgegangen werden könnte.

Ich denke zwischen mir und den 3-4 unmittelbar involvierten Personen (Fall1-4) sollte es einfach ein friedliches Beenden der Sache geben. Ganz unten am Ende ist ein mail-Entwurf an die Drei

Abschließend einige Ideen – – –

Dann werde ich den involvierten Institutionen einige Vorschläge machen:

eine öffendliche Erklärung dass die bisherigen Arbeits-Richtlinien für das DefMa-Konzept (Antisexismus_reloadet usw.) von ihnen ab jetzt abgelehnt werden.

Es sollte eine Mediationsgruppe für mich und Fälle wie meinen geben. Und das würde ich z.B. bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung nachfragen. Die finanzieren vieles in der “Szene” und sind gute Leute. die Cheffin vom Studienwerk z.B…

Ich mache erstmal einen kleinen Reader mit erklärenden Texten für Sorgen-Telefone, Psycho-Therapeut_innen und Jurist_innen. Das könne dann Leute deren therapeut-innengeben. Oder Geschwistern und Familie etc.

Mein aktuelles Problem:

Ich brauche dringend ein eigenes Zimmer. Ich will eigentlich ungerne alleine wohnen.

Es ist nicht so, dass ich unbedingt mit Leuten zusammenleben muss, die etwas mit der linken Szene am Hut haben, aber ich kann unmöglich diejenigen WGs einfach meiden. Das was jetzt unten im Text erzählt wird werde ich öffentlich zugänglich machen.

Ich hab keinen Nerv, dass dann (mal wieder) sowas kommt von wegen, Ich hätte das verschwiegen oder wollte Graß drüber wachsen lassen etc… Ich nehme das nicht weiter hin.

(Das ist nur eine Idee für ein Entwurf) Hallo Ihr Drei:

Ich hoffe es geht euch gut. Wirklich. Es war alles eine wirklich krasse Story für mich (und meine Familie und andere). Ich fände es toll, wenn es mit der DefMa-Maßnahme bald aufhören könnte und es wäre toll, wenn ihr euch mit dafür einsetzt. Also aktiv mit einsetzt. Nun weiß ich nicht, wie ihr das alles seht.

Wenn ihr weiterhin eine “Definitionsmacht” bezüglich meiner “Taten” in Anspruch nehmt, ist das O.K… Aber dann werde ich ganz sicher keine “Verantwortung für meine Taten” übernehmen. Ist ja klar.

Ich habe die Texte jetzt alle gelesen über DefMa und “Umgang mit sexualisierter Gewalt in der linken Szene”. Total klar, dass ihr selber auch (nicht nur ich) Opfer einer wirren Ideologie seid:

Da ist ja nicht mal eine Ausstiegs-Option oder eine langfristige Perspektive angedacht.

Also, meine Definition: Ich habe euer aller (Gewalt-)Tat-Vorwürfe schriftlich. Fall-1, Fall-2 und Fall-3 sind hiermit abgelehnt. Wir können das aber gerne aushandeln und wenn es sein muss, werde ich auch darauf bestehen.

Möglichkeit: Ich gebe eure und meine Chat und Email-Verläufe(bis 2014) einer Person, der ihr (bzw. du) euch anvertrauen könnt. Plus ein paar privaten schriftlichen Kommentaren, was ich daran nicht verstehe oder nicht einsehe. Diese Person eures Vertrauens kann mir dass dann sagen. Und ich bin sicher, dass ich dann vieles besser verstehen würde.

Nr.3: 2019 an Ex-Freunde und Polit-Leute

Hallo Du, ich schick das hier an Leute mit denen ich früher mal befreundet war. Und an einige bei denen ich finde es sollte sie etwas angehen.

Ich bin in etwas furchtbares reingeraten hier in Berlin. Kurz gesagt wurde ich irgendwelchen Sexual-Verbrechen bezichtigt. Aber es gibt nichts wirklich komisches oder krasses was ich gemacht hab. Das kann ich sogar komplett lückenlos belegen und würde es am allerliebsten vor Gericht klären. Ich tu unten einen Link zu Texten hin, wo ich das mal Leuten alles erklären wollte.

Wenn jemand mag, würde ich gerne über das alles mal ernsthaft reden. Ich wüsste auch gerne ob es Leute gibt, denen ähnliches passiert ist, oder Freunden, und ich hätte gerne Kontakt mit solchen Leuten.

Und ich würde mich auch jederzeit mit den involvierten Personen vertragen. Es war alles ziemlich mies aber ich versuche optimistisch zu bleiben. Bzw. es wieder zu werden.

Speziell für frühere Freunde: Wenn du gerne nochmal neu mit mir befreundet sein willst, melde dich gerne. Ich würde mich wirklich sehr freuen. Im moment hab ich ein Zimmer in so einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Es geht mir ganz ok, aber ein bisschen alleine bin ich schon.

Ist halt alles losgegangen sofort als ich nach Berlin gezogen bin.

Meine Eltern und meine Schwester sind 2016 wieder aus dem Kongo zurückgekommen. Die wohnen jetzt hier in Berlin und kümmern sich ganz lieb um mich. Blöderweise kann ich es mir deshalb auch erstmal nicht vorstellen hier weg zu ziehen. Hätte Lust für paar Tage Urlaub zu machen, wenn Du dir Besuch wünscht. Aber ich freu mich auch einfach sehr über eine nette Nachricht.

Ihr könnt diese E-Mail hier und die verlinkten Texte gerne weitergeben. Also insbesondere an Journalist_innen oder sonstige Leute, die das interessieren könnte:

http://bit.ly/FBDF-GDOrdner

Betreff Stichworte: Tristeza, k-fetisch, aboutBlank, Subversiv// NFJ-Berlin, Jimmy-Boyle/gegner.in// Linke Szene in Berlin, Täter-Vorwurf, Definitionsmacht, Antisexismus, Awareness, Parteilichkeit, Vergewaltigungs-Vorwürfe// Ask Gerd_A, Transformative Justice, Basic, DefMa

hier anderes von mir. Musik z.B.

http://bit.ly/FM-Div-Freig-GDOrdner

Zu erreichen bin ich zumindest immer hier: florianxmerten@gmail.com da bekommt ihr dann auch meine neue Handynummer wenn ihr nett fragt.

Ein paar Leuten hab ich schon früher was geschrieben, also ist das evtl. jetzt alles nicht neu für Dich. Vor einem Jahr hatte ich z.B. einen etwas schwereren Nervenzusammenbruch wo ich einigen Leuten auch etwas wirres Zeug geschrieben hab. Tut mir leid. So ist das Leben. Ignoriere es einfach und sehe es mir nach.

Liebe Grüße, Florian

PS:

Ich finde diese ganze Geschichte komplett politisch untragbar und furchtbar. Es wird da eine total unterirdische Auffassung von feministischer Praxis und politischer Praxis überhaupt verbreitet und durchgesetzt.

Ich empfehle einfach z.B. mal diesen Flyer zu lesen:

Klicken Sie, um auf taeterumgang3_Layout3_01.pdf zuzugreifen

EMail-Verkehr mit Tristeza-Kneipe 2017

Ich an Tristeza (2017)

florianxmerten@gmail.com So., 6. Aug. 2017, 21:34 an tristeza-berlin; info

Hallo Leute vom Tristeza

Ich habe Anfang 2014 bei euch Hausverbot bekommen. Das wurde damals über die Gruppe Basic organisiert. Mir wurden sexuelle Grenzverletzungen vorgeworfen.

Die Gruppe Basic gibt es jetzt wohl seit einer Weile nicht mehr, darum schreibe ich euch direkt. Besteht das Hausverbot noch? Ist es zeitlich unbegrenzt? Gibt es die Möglichkeit Ausnahmen zu vereinbaren? Solche Fragen würde ich gerne klären.

Vielleicht habt ihr ja auch noch Kontakt zu Leuten von der Gruppe Basic. Wenn ja, könntet ihr folgendes ausrichten: Es tut mir Leid, dass ich im Jahr 2014 nicht in der Lage war vernünftig zu kommunizieren. Ich hatte wirklich ernste Probleme. Aber ich nehme jetzt seit fast 3 Jahren keine Drogen mehr und mache seit 2 Jahren Therapie. Im Übrigen akzeptiere ich die damaligen Vorwürfe und setze mich ernsthaft mit ihnen auseinander. Ich wäre jetzt auch ansprechbar.

Also: Ich hoffe ich höre von euch (euch Leuten vom Tristeza). Ich hoffe ihr könnt mir auf die eine oder andere Art weiterhelfen.

Ansonsten viele liebe Grüße und einen schönen restlichen Sommer.

Grüße, Florian Merten

Tristeza an mich (2017)

[Aug. 2017] Tristeza-berlin – an mich – Mi., 9. Aug. 2017, 17:58

Hallo Florian,

wir können uns noch gut an dich und dein Hausverbot erinnern. Dir wurde damals übrigens nicht „sexuelle Grenzverletzung“ vorgeworfen, sondern Vergewaltigung.

Selbstverständlich besteht das Hausverbot noch und ist auch weder zeitlich begrenzt noch sind Ausnahmen diskutierbar.

Mit deiner Mail hast du ja auch sehr deutlich gemacht, dass du in den 3 Jahren, die du untergetaucht bist, überhaupt nichts reflektiert hast. Möglicherweise kommst du mit der Strategie, Gras über die Sache wachsen zu lassen ja in Teilen der Szene weiter, aber wir verstehen uns als feministischer Laden und Vergewaltigung ist kein „Kavaliersdelikt“. Frauenhass und -objektivierung haben bei uns keinen Platz. Garantiert werden wir uns nicht an der Perpetuierung von rape culture beteiligen, indem wir Vergewaltiger bei uns willkommen heißen.

Ob Basic noch existiert und ob und wie du zugunsten deiner Rehabilitation Kontakt zu denen aufnehmen könntest wissen wir nicht, es interessiert uns auch nicht und wir haben auch überhaupt keine Lust, dir da behilflich zu sein.

Es könnte uns nicht weniger kümmern, dass du dir jetzt selber leid tust, weil dein Verhalten Konsequenzen hat.

In diesem Sinne: lass dich besser nicht bei uns blicken!

Die Tristeza

Sent from ProtonMail, Swiss-based encrypted email.

Ich an Tristeza (2017)

Florian Merten florianxmerten@gmail.com

So., 22. Okt. 2017, 23:57

an Tristeza-berlin

Hallo Leute,

ihr spekuliert ganz schön rum. Also, ich bin sicher nicht untergetaucht und ich will auch sicher Graß über irgendwas wachsen lassen.

Allerdings war mir auch nicht bewusst, dass mir eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Hätte ich das gewusst, hätte ich euch sicher nicht so geschrieben, wie ich es getan habe.

Eure Mail war echt ziemlich blödsinnig und unnötig. Ich schicke euch hier eine Stellungnahme. Da steht drinnen, was ich über die Vorwürfe weiß.

Erklärung zu den Vorwürfen. Florian. 2017

In den Jahren 2009-2014 würden mir von 3 Frauen in Berlin Vorwürfe bzgl. sexueller Grenzverletzung gemacht. Ich habe deshalb Hausverbote in linken Projekten bekommen. 2012 in der Brunnenstraße und 2014 in Tristeza, k-fetisch und aboutBlank. Ich fasse das kurz zusammen. Ich nenne keine Namen und bemühe mich, nicht indiskret zu sein:

2009 wohnte ich in Bremen und hatte ein Verhältnis mit einer Berlinerin. Es war das erste mal, dass ich versucht habe, eine Beziehung zu führen. Das Verhältnis entwickelte sich sehr schnell zu einem üblen Psycho-Terror(für uns beide) und ich habe in den letzten Wochen einige sehr verletzende und auch sexistische Sprüche gemacht. Ich habe ihr nachher oft gesagt, wie sehr mir mein Verhalten Leid tut. 2011 bin ich mit ihrem Einverständnis dann nach Berlin gezogen. Hier wurde ich unerwartet sehr heftig mit besagten Sprüchen und Aussagen konfrontiert. Und ich bekam Hausverbot in der Brunnenstraße.

In der folgenden Zeit verlor ich wegen den Konflikten einige Freunde und wurde immer schwerer depressiv(das war ich aber schon seit der Beziehung). Vor allem auch sehr paranoid und soziophob. – Ich traf mich kaum mehr mit Freunden oder Leuten, die ich über Polit-Zusammenhänge kannte. Ich hörte auch, dass es Leute gab, die in meinem Umfeld und in Bremen nach Fällen suchten, wo ich mich Frauen gegenüber unkorrekt verhalten hätte(Eine Freundin aus Bremen erzählte mir, Leute aus Berlin hätten sie sowas gefragt. Ich sei auch einmal etwas aufdringlich ihr gegenüber gewesen, das hätte sie denen auch gesagt. Sie und ich hätten aber jetzt kein Problem deshalb). Es wurde auch viel getratscht, glaube ich. In dieser Zeit und später hatte ich eine ganze Reihe Affären, viele durch Online-Dating. Von zwei dieser Affären wurde mir später auch mein Verhalten vorgeworfen.

Bei der ersten verhielt es sich etwa so: Nach ca. zwei Wochen Bekanntschaft und sexuellem Miteinander gab es einen Abend, wo ich sehr betrunken war. Sie hatte gesagt, dass sie etwas spezielles Sexuelles nicht wollte, was mir gefiel. Ich habe sie kurz aber heftig versucht zu überreden. Sie fand das zu Recht sehr schlimm. Ich habe mich über ihre Wut damals sehr erschrocken (vor allem wegen der ersten Geschichte oben). In den folgenden Tagen wollte ich erst nicht zugeben, dass ich mich falsch verhalten hatte. Dann habe ich mich doch entschuldigt, was sie auch angenommen hat. Dann habe ich die Entschuldigung wieder relativiert worauf sie gesagt hat, dass sie mit mir nichts mehr zu tun haben will. Ich habe erst 2014 wieder von ihr gehört, sie hat die weiteren Hausverbote mit-eingefordert.

2013/14 hatte ich ein etwas längeres Verhältnis. Wir haben auch einige ausgefallene Sex‑Spiele gemacht und ich war mir die ganze Zeit sicher, dass es ihr alles sehr gut gefällt. Das hat sie auch sehr oft gesagt, speziell nach dem letzten Mal wo wir Sex hatten. Ich beendete das Verhältnis irgendwann woraufhin sie mir eine ganze Reihe blöder Vorwürfe machte (zunächst nichts Sexuelles). Wochen später, auf einer Party, versuchte sie mich aber doch noch zum Knutschen zu bewegen. – Zwei weitere Wochen später bekam ich von ihr eine Mail in der sie plötzlich sagte, ich hätte mich beim Sex grob und rücksichtslos verhalten. Und einige Sex-Spiele seien nicht richtig geklärt gewesen. Und sie habe Kontakt zu anderen Leuten, die mit meinem sexuellen Verhalten auch „nicht einverstanden“ wären. Und sie wüsste, dass ich schon vorher wegen sowas Hausverbote bekommen hätte. Und dass ich nun weitere Hausverbote bekäme, wegen ihr und den früheren Fällen. (Und dass ich augenblicklich verschwinden soll, wenn ich sie irgendwo sehe.).

Meine wenigen verbliebenen Freunde schrieben mir daraufhin, dass sie nun den Kontakt abbrechen würden. Ich habe dann 6 Monate fast nur alleine in meinem Zimmer verbracht, habe täglich Drogen genommen und bin komplett wahnsinnig und psychotisch geworden. Damals habe ich im Delirium viele wirre und vor allem indiskrete Mails geschrieben. Dann habe ich einen Drogen-Entzug gemacht und bin dann sehr lange in einer Psychiatrie gewesen.

Dieses Jahr 2017 geht es mir wieder ganz ok und ich bin psychisch stabil. Ich mache immer noch viel Therapie. Zu den drei Personen habe ich keinen Kontakt. Kürzlich hörte ich, dass mir damals 2014 Vergewaltigung vorgeworfen worden sei. Ich kann nur spekulieren von wem und ich würde das in jedem Fall absolut zurückweisen. – Ansonsten habe ich eine Gruppe gefunden, mit der ich jetzt regelmäßig über die ganze Sache und vor allem über mein Fehlverhalten rede und reflektiere (eine “Community Accountability” Gruppe). Mir ist schon klar, dass ich mich in vielen Situationen sehr schlecht verhalten habe und ich nehme die Vorwürfe wirklich sehr ernst. Ich setze mich damit intensiv und selbstkritisch auseinander. (Das betrifft auch den letzteren Fall (2013/14). Wenn du willst erzähle ich gerne mehr zu allem oder zu einzelnen Fragen.

Florian Merten, florianxmerten@florianxmerten

Zwei Emails von mir an Berliner Politgruppen (Feb. u. März 2019)

Nr.1: 14.02.2019

Hallo liebe ehemalige genoss_innen und freunde und sonstige beteiligten leute.

Insbesondere junge-linke, nfj, tristeza, k-fetisch, aboutblank, brunnenstraße

Ihr könntet euch mal zügig und ernsthaft überlegen, wie ihr mir stark entgegenkommen könnt.

Wenn ihr einen annehmbaren vorschlag habt, wie das ganze doch noch friedlich zu lösen wäre, dann bin ich eigentlich sehr sehr offen. Ich hatte auch schon wirklich genug stress die letzten jahre.

Aber ansonsten werde ich mich jetzt darum bemühen, dass es zu einem Strafverfahren gegen euch kommt. Und überhaupt werde ich alles mir mögliche tun, diese ganze Angelegenheit so groß wie möglich an die Öffentlichkeit zu bringen. Und dafür habe ich noch sehr viele jahre Lebenszeit vor mir.

Grundsätzlich halte ich es mir offen alle alten und zukünftigen Emails zu dieser Thematik weiterzugeben oder öffendlich zu machen. Und ich werde das im Einzelnen nicht ankündigen.

Bei Rückfragen können sich alle gerne melden. Ich kann nicht sagen, ob und wann ich antworte. Auf unfreundliche Emails werde ich vermutlich gar nicht antworten.

Ist alles ziemlich beschissen gelaufen. Aber ich vertrage mich auch jederzeit mit jedem die_der will.

Mit lieben Grüßen, Florian

florianxmerten@gmail.com

für einige hänge ich hier noch einige etwas erklärende texte an

Nr.2: 17. März 2019

[2019, März] Florian Merten an Tristeza-berlin, jimmy boyle, kfé

Florian Merten florianxmerten@gmail.com 17. März 2019 Tristeza-berlin tristeza-berlin@protonmail.com, jimmy boyle jimmyboyle@gegen-kapital-und-nation.org, kfé info@k-fetisch.net

Ihr Leute seit echt so eine unfassbare Enttäuschung.

Also: Niemand antwortet. Es gibt für mich also schlicht keine andere Alternative als mich selber jetzt öffendlich zu verteidigen und zu rehabilitieren.

Das dumme dabei ist einfach, dass auf die Art meine Beschuldigerinnen evtl. nochmal in Mitleidenschaft gezogen werden und ich habe weder die Kraft noch den Willen das dann zu vermeiden (nennt sie gerne Überlebende, Betroffene oder was immer euch beliebt).

Ich meine, ich warte jetzt seit 2012 darauf, dass irgendwer mal mit mir redet und wir eine praktikabele Lösung finden.

Ich werde keine falschen Schuldeingeständnisse machen. Sowas hilft auch niemandem. Das müsst ihr den Leuten die diese Defma-Hefte schreiben oder in Umlauf bringen auch mal verklickern.

Was irgendwer fühlt, ob sich der Sex mit mir wärend oder monate nachdem er stattgefunden hat wie eine Vergewaltigung angefüphlt hat. Solche Dinge sind nicht im Bereich dessen, was ich irgendwie beurteilen kann. Und es interessiert mich inzwischen auch wirklich einfach nicht. Ich habe weder seherische Fähigkeiten, noch bin ich der Meinung, dass irgendwelche Mensch, Frauen oder Männer, immer genau wissen was sie fühlen, geschweige denn diesbezüglich immer die wahrheit sagen.

Kurz gesagt: Für mich haben sich die letzten Jahre sehr so angefühlt, als wollt ihr Leute mich in den Tod treiben. Und das könnten euch eine Reihe Terapeut_innen auch schriftlich geben.

Ich bin der Meinung, dass ich dennoch im Unrecht wäre euch eines versuchten Mordes zu bezichtigen.

Noch ganz nebenbei. Aber ich denke ihr seit einfach ein so unehrliches und bösartiges Pack, dass euch das nicht eigentlich interessiert: Mit solchen Aktionen schadet ihr einfach genau den Dingen für die ihr angeblich kämpfen wollt. Etwas gegen sexuelle Gewalt tun z.B… da richtet ihr erheblich mehr schaden an als ihr euch jemals eingestehen werdet. Aber das müsst ihr mit euch selber ausmachen.

Ich habe einen ganzen Abschnitt meines Lebens an eure Blödheit verschwendet. Und sturheit.

Ich zweifel inzwischen echt daran, dass ihr irgendetwas ernst meint, wenn ihr redet. Also politisch. Was wollt ihr überhaupt? Was heißt es für euch “linke Politik” zu machen? Ich will mit euch da nicht drüber reden, aber jede_r Einzelne: Frag dich das doch mal. Worum soll es eigentlich gehen?

Worum sollte es einer “feministischen Gruppe” gehen? Um das Recht auf Falschbeschuldigung männlicher Genossen? Bringt euch das als Frauen* weiter? Ganz abgesehen davon dass die Mehrheit der Frauen (an und für sich) empört wäre bei der Behauptung sowas würde den gesellschaftlichen Interessen der hiesigen Frauen weiterhelfen. Also echt. Wollt ihr, dass ich euch eure Scheiße jetzt mal “mansplaine”?.. Aber dafür braucht ihr mich wirklich nicht, weil das könnte auch meine Mutter, Schwester oder fast jede erwachsene Frau die ich kenne.

Zukünftig muss ich echt jedem Menschen und nicht nur cis-Männern sehr stark davon abraten im Zusammenhang mit der linken Szene in Berlin irgendwie solidarisch mit (selbsternannten) “feministischen” Gruppen zu sein. Gibt es in dieser stadt irgendeinen “feministischen Kampf” der härter geführt wird als der gegen die – sagen wir mal “naiv feministischen Ex-Freunde” von irgendwelchen Frauen die ihr kennt. Ich denke nicht.

Ich steck da bei euch leider nicht so drinne. Aber ich denke mein Fall scheint ja echt totale Normalität zu sein. Ich meine, die Tatsache, dass ihr euch weder entschuldigt, noch einfach nur irgendwie versucht was pragmatisch zu klären…

Also sowas wie mein Schicksal jetzt hier… ist das für euch am Ende einfach nur Business As Usual? Wundert ihr euch am Ende warum ich mich so aufrege?

Ich belasse es mal dabei. Ihr könnt euch echt nennen wie ihr wollt. “Linksradikal”, “Feministisch”, “Kommunistisch” was immer ihr wollt. Damit könnt ihr vielleicht irgendwelche Erstsemester_innen beeindrucken. Aber ich so wie jeder andere erwachsene Mensch beurteile euch sicher nicht nach eurer Selbst-Titulierung.

Grüße. Fickt euch alle. Wir hören voneinander.

Ich weiß ganz genau, dass es in euren Gruppen einige Leute gibt, denen eigentlich klar ist, dass so ein Umgang miteinander und mit Menschen überhaupt komplett unmöglich und daneben ist.

Wobei diese Leute auch sicher zum Teil schon ausgetreten sind bzw. rausgeekelt wurden. Was heißt “rausgeekelt”. Meine damalige beste Freundin wurde aus ihrem Zimmer in der Brunnenstraße ja schlicht rausgeworfen, weil sie sich geweigert hat die Freundschaft mit mir zu beenden und den Umgang mit mir kritisiert hat.

Sie wurde daraufhin weiterhin von Nyco und euch allen im grunde solange unter Druck gesetzt, bis sie damit einverstanden war jeden Kontakt mit mir zu beenden.

Zwischen mir und jeder einzelnen Person die daran beteiligt war oder das akzeptiert und hingenommen hat wird es keine Versöhnung geben in diesem Leben.

Solche Dinge und einiges mehr, was mir passiert ist beziehungsweise angetan wurde liegt auf einer vollkommen anderen Dimension als alles was mir irgendwie angelastet werden könnte um sowas zu legitimieren.

Ganz ehrlich: Kontaktverbote, Redeverbote, Meinungsverbote. Leute zu falschen Geständnissen zwingen.

Und wahrscheinlich macht das sogar dann logisch Sinn, dass dann vor allem (oder nur) Leute so zum “Täter” oder zur “Gewaltausübenden Person”(den Begriff hat Scientologie übrigends zuerst verwendet) erklärt werden, bei denen das nicht so einfach rational einsichtig ist.

Mich als “Täter” zu bezeichen war damals (2012, bevor ihr euch die Story mit der Vergewaltigung ausgedacht habt) offensichtlich vollkommen unsinnig. Das haben die komischen Vorwürfe damals halt schlicht nicht hergegeben.

Dann meine beste Freundin (das war sie, weiß gar nicht ob ihr das ganz bewusst ist) dazu zu zwingen, nicht nur mich als zu verurteilende Person zu akzeptieren sondern sogar als jemand mit dem sie nicht mehr reden darf. Also ja: So praktiziert man totale Herrschaft.

Wäre ich offensichtlich schuldig gewesen, wäre das uninteressant gewesen. Da hätte jemand, z.B. sie eben, sagen können “Hey, Nyco, Kai und hey Leute von meinem Hausprojekt. Ihr habt echt recht. Er hat das Verbrechen begangen, was ihr sagt. Was sollten wir jetzt praktischerweise tun?” Oder so.

Als herrschafts- und Terror-Instrument in einer solchen sektenartigen Gemeinschaft ist das dann scheiße. Das wäre ja fast schon demokratisch. Offener liberaler Diskurs etc…

Ihr gegenüber wurde klar gemacht, dass von ihr totale geistige Unterwerfung gefordert ist. Sowas geht glaube ich am besten wenn das was sie absolut einsehen soll eben nicht einzusehen ist.

Folgendes: Ich fordere jede und jeden von euch auf, aus diesen elenden Kollektiven und Polit-Gruppen auszutreten. Und des weiteren hätte ich total Bock etwas neues aufzubauen. Mit denjenigen, die genau sowas alles eben nicht wollen. Macht euch frei.

Es betrifft auch letztlich jede Person, die mir die letzten Jahre Unrecht getan hat. Inclusive meinen sehr geschätzen Anklägerinnen bei der ganzen Sache. Ich glaube auch ihr drei seit eigentlich viel besser als dieses Szene-Herren_in-Volk. Wobei eine oder zwei von euch das ja auch wohl gerne wären. Aber dazu seit ihr nicht die richtigen glaube ich.

[#]

ich denke mal es ist etwas gutgläubig, wenn ich jetzt erwarte, dass ihr … euch grade überlegt, wie sich eine pragmatische lösung für mich finden lässt. ich vermute ihr macht eher sowas in richtung… also alles zu vertuschen und mich unter druck zu setzen.

also sicher wird der oder dem einen und anderen aufgefallen sein, dass ich gar nicht mehr so leicht erpressbar bin, wo ich ja bei euch gar keine freunde mehr habe. mein lieber cousin den einige von euch kennen mögen, mit dem rede ich über die ganze thematik prinzipiell nicht mehr und besuche ihn auch nicht mehr.

ich könnt es euch sparen den zu schikanieren oder sonst irgendwen.

seitdem ich nach berlin gezogen bin attackieren leute von euch meine freunde. darum habe ich jetzt erstmal keine mehr, die in gefahr sein könnten von euch schikaniert zu werden. sorry, soweit hab ich eure scheiße leider durchschaut.

natürlich ist das nur temporär und du du und du könnt später mal gerne mit mir abhängen. könnt ihr auch jetzt, aber dann werdet ihr …

sagen wir es anders: Wenn du mit mir abhängst, und wir über alles reden. Das wäre ein Weg herauszufinden, ob du in einer Sekte bist.

Ich meine, ich rede darüber mit meinem Prof, mit ner ganzen Reihe Autor_innen, der Polizei, alten Studien-Freunden. Vor allem mit Leuten in anderen Städten. Das kümmert ja auch niemanden. Aber wenn du Teil der besagten Berliner Sekte bist, dann solltest du es lieber lassen.

Wobei mich hier schon einmal Leute plötzlich körperlich angegriffen wegen der Sache. Das war allerdings schon 2013.

Sollte das nochmal vorkommen werde ich doch mal anfangen in der ganzen Stadt einige Gesichter und Adressen zu plakatieren.

ich habe ganz schön lange erwartet und gehofft, dass alle beteiligten doch mal die gegen mich gemachten vorwürfe ehrlich und fair beurteilen und dann entsprechend mir gegenüber einfach mal freundlich sind.

ich meine abgesehen von der ominösen „vergewaltigung“ gibt es ja keine uneinigkeiten über das, was konkret passiert ist. glaube ich. wobei man jede situation natürlich so und so erzählen kann. aber trotzdem. es gibt jetzt absolut nichts, was mir vorgeworfen wurde, wo ich jemals das gefühl hatte sagen zu müssen „nein, das ist falsch, das ist eine lüge, sowas ist nicht passiert“. also stichwort „abstreiten“. ich würde sehr wohl sagen, das einige dinge ein bisschen extrem einseitig skandalisierend dargestellt wurden. aber dass ist ja ok, da habe ich nichts gegend, das leute sowas machen. genauso wie es ja auch ok ist, dass es meiner meinung nach einseitig dargestellt wurde. aber aus solchen uneinigkeiten im deteil muss man ja kein riesen problem machen.

ich habe dann allerdings doch mal die paar texte gelesen, die bei euch in der „linken Szene“ offensichtlich die standart leitfäden sind in sachen „umgang mit sexueller gewalt“. Wobei dann natürlich in guter Frauenbewegungs-Tradition „sexualisierte gewalt“ gesagt wird. Was ich affig und ideologisch finde, aber sollt ihr ruhig machen.

Also „Antisexismus reloadet“, „Kompass – für einen besseren Alltag“, „Antisexistische Awareness“ und die restlichen paar Texte. Ist ja nicht viel, lässt sich ja an einem Nachmittag vollständig durchlesen.

Also dann ist eben auch klar, dass ihr mein Verhalten überhaupt nicht fair bewerten wollt. Und es euch gegenseitig sogar verbietet, da selber drüber nachzudenken und euch selber ein Urteil zu bilden.

Ich frag mich wirklich wie irgendwer diese Hefte lesen kann und dann auf die Idee kommt, das hätten „linke“ Menschen geschrieben. Ich sag da mal nichts weiter zu aber bitte doch mal alle, diese Hefte selber zu lesen. Das ist ja ein Alptraum.

Insofern sich diese Hefte vor allem an Frauen/Feministinnen zu richten scheinen sind das tatsächlich die Anti-feministischsten Texte die ich jemals gelesen habe. Denn indem man anderen Frauen das Selber-Denken austreiben will – also das ist nunmal das genaue Gegenteil von „Emanzipation“. Ihr versucht Frauen zur Dummheit und Autoritäts-Hörigkeit zu erziehen. Eure „Genoss_innen“ überhaupt. Also Feminismus hin oder her, ist ja auch egal. Sowas ist jedenfalls das Gegenteil von individueller oder gesellschaftlicher Emanzipation.

Oder verstehe ich einfach die Welt nicht mehr. Ist Selber-Denken am Ende anti-feministisch? und.. naja, könnt ihr mir ja mal erklären. Ich glaube eine starke Frau sagt was sie denkt, auch wenn ihr dabei sozialer Gegenwind entgegen kommt. So wie meine frühere beste Freundin die ihr dafür ohne jedes Maß und Erbarmen fertig gemacht habt. Dabei wisst ihr alle ganz genau, dass ihre Meinung zu haben ihr gottverdammtes Recht war, selbst wenn sie im Unrecht gewesen wäre. Aber ich denke sie war dazu noch im Recht und das wisst ihr selber doch auch. Also macht mal was gut bei der echt.

Ich spreche nie wieder mit ihr solange ich befürchten muss, dass sie dafür allein schon fertig gemacht werden würde. Aber so scheint es zu sein.

   (von )

Florian Merten – Texte 2019 u 2020 (De, 120S, Jan 2021)

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